1952

Am 10. Juli wurde das neue Schulgebäude der Volksschule Am Rosenmaar eingeweiht. Damit war der 1. Schulneubau nach dem 2 Weltkrieg in Köln teilweise fertiggestellt. Bezogen werden konnten die Räume im Flachbau, der heute zur Feierhalle führt und die Hälfte des zweigeschossigen Trakts.

Die neue Schule besuchten 410 Kinder. Sie waren in acht Klassen untergebracht und wurden von sieben Lehrkräften unterrichtet. Klassenverteilung lt. Konferenzprotokoll von 8.5.1952:

  • Frl. Lingens 1. Schuljahr
  • Frl. Lingens 2. Schuljahr
  • Herr Schmidt 3. Schuljahr
  • Herr Lueg 4. Schuljahr
  • Frl. Theisen 5./6. Schuljahr Mädchen
  • Herr Vosen 5./6. Schuljahr Jungen
  • Frl. Greller 7./8. Schuljahr Mädchen
  • Herr Rektor Kumetat 7./8. Schuljahr Jungen

Zur Situation in dieser neuen Schule berichtet der erste Schulleiter, Heinz Kumetat, in unserer Schrift ‚ein pädogogisches experiment wird 20 jahre‘. „Die Schüler kamen aus drei älteren Schulbezirken und brachten daher sehr unterschiedliche Gewohnheiten mit. Ihr Können und ihre Leistungsmotivation wiesen noch größere Unterschiede auf, als dies sonst schon üblich ist. Wie nicht anders zu erwarten, blieben die Unterrichtserfolge zunächst gering. Das Verhalten der Schüler im Treppenhaus und auf dem Hof war ungezügelt. Im Unterricht stellte sich nur selten eine gute Konzentration ein. Das Kollegium, das der Schulrat zusammengestellt hatte, versuchte zunächst von außen eine Ordnung zu setzen.

Dadurch änderte sich jedoch nur wenig. Wir trafen uns deshalb wöchentlich an einem Nachmittag und suchten Rat in der neueren pädagogischen und psychologischen Literatur. Dabei stießen wir auf Modellversuche. Besonders aus dem Jenaplan von Peter Petersen gewannen wir die Erkenntnis, daß ein Wandel nur von innen her erfolgen könne. Das ist das sich Stellen der Wirklichkeit. Die Vision war auch schon da. Im Konferenzprotokoll vom 8.5.1952 steht: „Der Jena-Plan wird unser Ziel sein. Wir erkannten die Schwierigkeiten, die uns dieses Ziel ferner rücken. Vorläufig sind folgende Schritte durchführbar:

-Jahresarbeiten einzelner Schüler oder ganzer Klassen

-Planmäßige Anwendung von Arbeitsmitteln

-Eventuell Zusammenfassung schlechter Rechner der ganzen Schule in 3 Gruppen

-Fernes Ziel: Fallen der Klassengrenzen.“

 

1953

In der Lehrerkonferenz vom 20.2.1953 referierte die spätere Schulleiterin, Gisela Lingens, über den Jenaplan. Festgelegt wurde in dieser Konferenz: 1. Nachdem, was wir bisher schon erarbeiteten, sollen nun ab Ostern die ersten 3 SchuIjahre im Sinne des Petersen Planes erfasst werden.

Gearbeitet wurde ab Ostern 1953 mit einer Stammgruppe 1.-3. Schuljahr, einer Gruppe 1./2. Schuljahr und einer Gruppe 2./3. Schuljahr.

Die erste Schulkarnevalssitzung wird aufgezogen.

 

1954

Zitat aus dem Protokoll vom 15.5.1954:

„Die Schule beginnt Ostern1954 mit 3 Untergruppen(1.-3. Schuljahr), 3 Mittelgruppen (4.-6. Schuljahr) und 2 Obergruppen. In allen Klassen liegt der Kernunterricht in der 2. und 3. Stunde. Es wurden Rechtschreibkurse und Rechenkurse (Niveaukurse) für das 4.-8. Schuljahr eingerichtet. Während und nach den Ferien stellte das Kollegium nach eigenem Entwurf Rechtschreibkärtchen für die Kurse her. Die Religionsstunden liegen Samstag und Montag. Am Montag beginnt die Woche mit einem gemeinsamen Lied und Spruch der Schulgemeinde im Treppenhaus.“

1959

Die Erweiterungsbauten werden fertig gestellt. Dabei handelt es sich um die zweite Hälfte des zweigeschossigen Trakts, den Flachbau, in dem heute Verwaltung, Lehrerzimmer und Mensa untergebracht sind, damals für eine Hilfsschule bestimmt, und die Feierhalle. Beim Bau der Feierhalle stürzt die Decke ein. Feuerwehr und Rettungswagen rücken an, weil man nicht weiß, ob jemand darunter liegt.

Am 6.6.1959 besucht Frau Susan Freudenthal-Lutter, Sekretär der niederländischen Sektion des Weltbundes für Erneuerung der Erziehung, die Schule Am Rosenmaar. Damit beginnt ein internationaler Kontakt zwischen der aufstrebenden niederländischen Jenaplanbewegung und der Schule mit einem nicht abreißenden Strom niederländischer Besucher.

In der Lehrerkonferenz vom 15.5.1959 gibt Herr Kumetat bekannt, dass er ab 15.5.59 an die Pädagogische Hochschule Köln abgeordnet sei. Er hoffe so unsere Arbeit zu verallgemeinern. In einem Brief vom 10.8.1959 teilt Herr Kumetat dem Kollegium mit, dass er nicht mehr an die Schule zurückkehren wird und Frl. Lingens mit der Weiterführung der Geschäfte betraut habe.

Am 21.6.1959 wird Edmund Lindelauf als Pfarrer in der Pfarrgemeinde „Zur Heiligen Familie“ eingeführt. Bis zu seinem Tode ist er ein großer Freund und Kämpfer für die Schule.

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